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Rimbaud and Verlaine in Camden


























oeuvre:
  • 1868 und 1869 wurden drei seiner lateinischen Gedichte als vorzügliche Schülerleistungen in Lehrerzeitschriften abgedruckt. 
  • Les baisers, canoodling boy and girl
  • Sein wohl ältestes erhaltenes Gedicht auf Französisch, das rührselige Les Étrennes des orphelins/ Die Weihnachtsgeschenke der Waisenkinder, erschien in einer gutbürgerlichen Zeitschrift Anfang Januar 1870, 
  • ein anderes, das hübsche erotische (nur geträumte?) La première soirée/ Der erste Abend, in einer literarischen Zeitschrift im August 1870. 
  • aus zwei Anfang 1871 von ihm geschriebenen Heften, imitieren denn auch, allerdings bemerkenswert eigenständig, die Spätromantiker sowie die modischen Parnassiens. So ist z. B. das radikalrepublikanische lange Gedicht Le Forgeron/ Der Schmied sichtlich von Hugos politischer Lyrik beeinflusst. Dem Stil und der Bilderwelt des Parnasse verpflichtet ist das ebenfalls sehr lange Soleil et chair/ Sonne und Fleisch, eine Art heidnisches Glaubensbekenntnis. 
  • Bemerkenswert sind auch zwei hübsche Pastiches (ein künstlerisches Werk literarischer, musikalischer, filmischer oder architektonischer Art, das offen das Werk eines vorangegangenen Künstlers imitiert) aus diesen Monaten: ein in Sprache und Stil François Villons verfasster fiktiver Brief an König Ludwig XI. und das als Satire gedachte fiktive Tagebuch eines naiv verliebten angehenden Priesters, Un cœur sous une soutane/ Ein Herz unter einer Soutane
  • Im damals typischen Gestus junger Dichter hasste Rimbaud die kleinbürgerliche Enge seiner Vaterstadt, was z. B. in dem satirischen Gedicht À la musique/ An die Musik zum Ausdruck kommt, wo er eine mittelmäßige Militärkapelle und ihr spießbürgerliches Publikum verspottet. 
  • Mai 1870, Ophélie/ Ophelia. Er versucht eine erste Kontaktaufnahme zur literarischen Welt der Hauptstadt Paris. 
  • Ende 1870 Einige Gedichte, z. B. Au Cabaret-Vert/ Im Grünen Cabaret (i. e. eine Kneipe in Charleroi), entstanden während dieser Belgien-Exkursion.
  • Ende 1870  das bekannte Sonett über den toten Soldaten am Fluss, Le Dormeur du val/ Der Schläfer im Tal, das vermutlich aber nicht auf eigener Anschauung beruht. Die vier oder fünf Gedichte zum Thema Liebe/Erotik, z. B. Rêve pour l’hiver/ Wintertraum, sind sicher ebenfalls eher Fiktion als Spiegel realer Erlebnisse.
  • Seine Sympathien für die Kommune spiegeln sich jedoch in einigen Gedichten aus dieser Zeit, z. B. in dem bitterbösen Chant de guerre parisien/ Pariser Kriegsgesang oder dem sarkastischen L’Orgie parisienne Ou Paris se repeuple/ Die Pariser Orgie, Oder: Paris bevölkert sich wieder
  • Mitte August 1871 sandte Rimbaud erneut ein Gedicht an Banville, samt einem Brief mit der wohl eher rhetorischen Frage, ob er seit dem letzten Jahr Fortschritte gemacht habe. Anscheinend kam aber keine Antwort auf das 160 Verse lange Opus Ce qu’on dit au Poète a propos de fleurs/ Was man [d.h. ein anonymer typischer Spießbürger] dem Dichter zum Thema Blumen sagt. Vielleicht hatte die bewusst ungefällige Behandlung eines eigentlich gefälligen poetischen Sujets eher befremdlich auf Banville gewirkt. 
  • The seer letters
  • Entsprechend beauftragte er brieflich wenig später Demeny, dieser möge die beiden Hefte mit seinen älteren Texten verbrennen (was der nicht tat). Das mitgeschickte längere Gedicht Les poètes de sept ans soll offenbar seinen Bruch mit der gutbürgerlichen Kindheit beweisen.
  • Nach Paris mitgebracht hatte er unter anderem sein 100 Verse langes Gedicht Le bateau ivre/ Das trunkene Schiff, das sein berühmtestes Werk werden sollte. Dieser surrealistisch wirkende Text, in dem das lyrische Ich als ein Schiff auftritt, das in eindrucksvollen Bildern von einer traumartigen Reise steuerlosen Dahintreibens erzählt, verschaffte dem jugendlichen Autor die sofortige Bewunderung des Kreises meist jüngerer (politisch eher linker) Literaten, in den er von Verlaine eingeführt wurde. Die meisten Texte dieser Zeit, insbesondere das Bateau ivre, sind nur dadurch erhalten, dass Verlaine sie für sich abschrieb.
  • So waren sie im Herbst 1872 längere Zeit in London, mit Unterbrüchen bis Juni 1873. He felt in a deep crisis. bei der er wahrlich durch die Hölle ging und geht.[7] Une saison en enfer (Eine Zeit in der Hölle) betitelte er später das fertige Bändchen, in dem er nun umfassend das weiterführt, was er bereits in den Seher-Briefen proklamiert hatte.
  • Und im Kapitel Delirien I – Törichte Jungfrau / Der Höllengemahl blickt er zurück auf seine Beziehung zu Verlaine.[10]
  •  Rimbaud ging nach Roche, wo er Une Saison en Enfer mit dem Kapitel Adieu wie folgt abschloss: „Ich! ich, der sich Magier oder Engel genannt hat, losgesagt von jeder Moral, ich bin der Erde zurückgegeben, eine Pflicht zu suchen und die rauhe Wirklichkeit zu umarmen!“[11]
    Im Oktober 1873 erfolgte der Druck in Brüssel, doch blieb die gesamte Auflage, außer einigen Vorab-Exemplaren, die er, u. a. an Verlaine, verschenkte, im Lager der Druckerei.[12] Sie galt sogar, bis zu ihrer zufälligen Wiederentdeckung 1901, als von Rimbaud selbst vernichtet.
  • 1875 Im Mai brach er zu Fuß in Richtung Italien auf, wo er Italienisch zu lernen gedachte. Seinen Plan, vorher sein letztes Werk, die etwa 30 Taschenbuch-Seiten umfassenden Illuminations, in Druck zu geben, verwirklichte er nicht. Es wurde erst 1886 ohne sein Wissen von Verlaine in einer Zeitschrift publiziert, wobei dieser auch den mehrdeutigen Titel (kolorierte Buchillustrationen bzw. Erleuchtungen) festlegte.

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